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Worüber gestritten wurde
✓ Einigkeit
- Die Notwendigkeit einer institutionellen Absicherung der BZP, um diese vor politischer Einflussnahme zu schützen, wird von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE betont.
- Eine Förderung demokratischer Werte und unterschiedlicher Perspektiven durch politische Bildungsangebote wird von nahezu allen Fraktionen als wichtig erachtet.
✕ Streitpunkte
- Die Forderung der AfD nach Auflösung der BZP aufgrund ihrer Bewertung als antidemokratisch und linksextrem steht im krassen Gegensatz zu den meisten anderen Fraktionen.
- Die Frage der gesetzlichen Grundlage für die BZP, insbesondere der Vorwurf, dass ein direkter Präsident Instabilität verursachen könnte, ist ein zentraler Streitpunkt zwischen CDU/CSU und den Grünen sowie der SPD.
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Positionen der Fraktionen
Die Fraktion betont die entscheidende Rolle der Bundeszentrale für politische Bildung bei der Stärkung der Demokratie und der Bekämpfung von Desinformation und Extremismus. Sie fordert eine verstärkte Finanzierung und Stärkung der Institution, insbesondere durch eine gesetzliche Grundlage und den Ausbau ihrer vorortigen Bildungsangebote. Die Fraktion sieht in Investitionen in politische Bildung eine Investition in die Widerstandskraft der Gesellschaft und kritisiert die Angriffe gegen die Bundeszentrale, einschließlich der von der AfD. Im Abstimmungsergebnis stimmte die Fraktion gegen den Tagesordnungspunkt.
Die Fraktion CDU/CSU befürwortet eine Weiterentwicklung der Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung unter besonderer Berücksichtigung einer Fokussierung und zielgerichteteren Angeboten, insbesondere im digitalen Raum. Sie verteidigt dabei die bestehende Struktur mit Einbindung von relevanten Institutionen wie dem Bundesinnenministerium und einem wissenschaftlichen Beirat, um Überparteilichkeit und wissenschaftliche Ausgewogenheit zu gewährleisten. Kritisch wird ein Gesetzentwurf zur gesetzlichen Grundlage, insbesondere dessen Vorhabe einer direkten Wahl des Präsidenten, bewertet, da er eine Instabilitätrisiko sieht. Die Fraktion betont die Notwendigkeit einer politischen Bildung, die auf demokratischen Werten basiert und Themen wie Wirtschaft und der Kampf gegen Antisemitismus thematisiert.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN befürwortet die institutionelle Absicherung der Bundeszentrale für politische Bildung, um diese vor vermeintlichen Angriffen und politischer Einflussnahme zu schützen. Sie sieht insbesondere in der AfD eine wachsende Verfassungsfeindlichkeit, die eine aktive Verteidigung der Demokratie erfordert. Die Partei fordert eine gesetzliche Grundlage, um die Unabhängigkeit der Institution zu gewährleisten und ihre Arbeit zur Förderung demokratischer Werte und unterschiedlicher Perspektiven zu stärken. Diese Position wurde von mehreren Abgeordneten verschiedener Parteien, insbesondere SPD und CDU/CSU, unterstützt.
Die Fraktion vertrat die Auffassung, dass die Bundeszentrale für politische Bildung (bpt) eine antidemokratische und linksextremistische Institution darstelle. Dies begründete sie mit der Fokussierung auf rechtsextreme Inhalte, der kritischen Bewertung der bpt durch beispielsweise den Historiker Peter Hoeres sowie dem Vorfall, dass ein AfD-Landrat in einem Buch der bpt positiv dargestellt wurde. Die Fraktion forderte eine umfassende Überprüfung der bpt und die Auflösung der Institution, um den Schutz der parlamentarischen Würde und Ordnung zu gewährleisten. Bei der Abstimmung stimmte die Fraktion gegen den Gesetzentwurf der Grünen, die bpt der Fachaufsicht des Innenministeriums zu entziehen.
Die Fraktion fordert die Verankerung einer gesetzlichen Grundlage für die Bundeszentrale für politische Bildung, um deren Unabhängigkeit zu sichern und die Instrumentalisierung durch die AfD zu verhindern. Als zentrales Argument wird die Notwendigkeit betont, politische Bildung von Einflussnahme des Innenministeriums und den Versuchen der AfD zur Diskreditierung zu schützen, wobei die Ablehnung von Rassismus und Antisemitismus als zentraler Wert hervorgehoben wird. Die Fraktion kritisiert insbesondere den Umgang der Bundesregierung mit der AfD und fordert die Abschaffung des Haber-Verfahrens sowie die Einführung eines Demokratiefördergesetzes mit einer garantierten Finanzierung. Bei der Abstimmung stimmte die Fraktion gegen den Tagesordnungspunkt.
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Die Reden im Einzelnen
Lamya Kaddor Grüne
Lamya Kaddor (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) argumentiert für die institutionelle Absicherung der Bundeszentrale für politische Bildung, um diese vor vermeintlichen Angriffen durch Verfassungsfeinde und aus dem Rechtsextremismus zu schützen. Sie betont die Notwendigkeit, die Demokratie aktiv zu verteidigen, insbesondere angesichts des Einflusses von wehrhaften Demokratie-Konzepten. Die Gefahr wird von einer wachsenden, vermeintlichen Verfassungsfeindlichkeit, insbesondere durch die AfD, gesehen. Sie plädiert für den Schutz dieser Institution, da sie eine unabhängige politische Bildung ermöglicht und unterschiedliche Perspektiven zulässt, um die Demokratie zu stärken und zu fördern. Die Bundeszentrale soll vor politischer Einflussnahme, insbesondere durch den Innenminister, geschützt werden. Kaddor fordert eine gesetzliche Grundlage für die Bundeszentrale, um ihre Unabhängigkeit zu gewährleisten und ihre Arbeit zu stärken.
David Gregosz CDU/CSU
Der CDU/CSU-Politiker David Gregosz betont die Bedeutung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpfb) als Instrument zur Förderung politischer Bildung und zur Bekämpfung von Polarisierung und Politikverdrossenheit. Er räumt ein, dass die Finanzierung der bpfb allein die genannten Probleme nicht gelöst hat, und fordert eine Fokussierung der Arbeit der bpfb. Gregosz plädiert für eine Weiterentwicklung der politischen Bildung hin zu zielgerichteteren, lebensnahen und messbaren Angeboten, insbesondere im digitalen Raum und in relevanten gesellschaftlichen Kontexten. Er kritisiert den von Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagenen Gesetzentwurf zur gesetzlichen Grundlage der bpfb, da dieser die Fachaufsicht entfallen lassen und eine politische Aufladung der Präsidentenwahl riskieren würde. Letztlich wird die Notwendigkeit von politischer Bildung hervorgehoben, die jedoch in Verbindung mit einer soliden Politik und der Lösung gesellschaftlicher Probleme stehen muss.
Dr. Götz Frömming AfD
Dr. Frömming kritisiert die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) scharf und wirft ihr vor, ein Propagandainstrument des Linksextremismus zu sein. Er verweist auf die Kritik an der Definition von Linksextremismus, insbesondere den Vergleich mit sozialistischen und kommunistischen Bewegungen, und bezeichnet die Verwendung von Zahlen (450 Mitarbeiter, 100 Millionen Euro) als „Unsinn“. Er argumentiert, dass der Gesetzentwurf der Grünen, die Bundeszentrale der Fachaufsicht des Innenministeriums zu entziehen, eine Gefahr darstellt, um die Jugend zu „verdummen“. Die bpb wird durch die Präsentation von YouTube-Videos, die oft geringe Aufrufe und Likes haben, und die Förderung bestimmter Themen (z.B. „Fünf-Prozent-Hürde“) kritisiert. Er fordert eine umfassende Überprüfung der bpb und verweist auf die Kritik des Historikers Peter Hoeres an der einseitigen Ausrichtung der Institution, einschließlich der Gelder, die an linksextremen Organisationen fließen.
Hakan Demir SPD
Hakan Demir, im Namen der SPD, plädiert für eine verstärkte Finanzierung und Stärkung der Bundeszentrale für politische Bildung. Er argumentiert, dass die Institution eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Demokratie vor Autoritären, Extremisten und Desinformation spielt. Die Bundeszentrale, die beispielsweise den Wahl-O-Mat entwickelt hat, soll durch eine gesetzliche Grundlage gestärkt und ihre Arbeit vor Ort, einschließlich Bildungsangeboten in Schulen und Jugendzentren, ausgebaut werden. Er weist auf die Notwendigkeit hin, junge Menschen vor dem Verlust ihrer Zukunft zu bewahren und kritisiert die Angriffe auf die Bundeszentrale, insbesondere die von der AfD. Er betont, dass Investitionen in politische Bildung ein Investition in die Widerstandskraft der Gesellschaft darstellen. Die Debatte schließt mit der Anerkennung der Leistungen der Bundeszentrale und insbesondere ihrer früheren Leitung, unter Berücksichtigung der Vorwürfe, die von einigen Abgeordneten erhoben wurden.
Clara Bünger Linke
Die Fraktion DIE LINKE fordert die Einrichtung einer gesetzlichen Grundlage für die Bundeszentrale für politische Bildung, um deren Unabhängigkeit vom CDU/CSU-Innenministerium und potenziellen Einfluss der AfD zu gewährleisten. Als Hauptargument wird die Instrumentalisierung des Neutralitätsgebots durch die AfD und deren Versuche, politische Bildung zu diskreditieren, angeführt. Es wird betont, dass politische Bildung nicht zu Neutralität gegenüber Grundwerten verpflichtet ist, sondern Rassismus und Antisemitismus ablehnen muss. Die Fraktion kritisiert insbesondere die Überprüfungen von Organisationen durch den Verfassungsschutz und den Umgang der Bundesregierung mit der AfD, insbesondere die Überwachung der Bundeszentrale durch die AfD. Abschließend wird ein Demokratiefördergesetz mit einer verlässlichen Finanzierung sowie die Abschaffung des Haber-Verfahrens gefordert.
Dr. David Preisendanz CDU/CSU
Dr. Preisendanz verteidigt die bestehende Struktur der Bundeszentrale für politische Bildung, insbesondere die Einbindung in das Bundesinnenministerium und die Beteiligung eines Wissenschaftlichen Beirats sowie des Kuratoriums im Deutschen Bundestag. Er argumentiert, dass diese Struktur essenziell für die Erreichung von Überparteilichkeit und wissenschaftlicher Ausgewogenheit ist. Als Warnung wird die Möglichkeit eines Übernahmes durch extremistische Kräfte ins Spiel gebracht, die die Institutionen destabilisieren und das ethische Grundgerüst des Landes gefährden würden. Der Einfluss von Bildungsministern auf den Bildungsplan wird als besonders kritisch dargestellt. Er betont die Notwendigkeit, Extremismus aus den Institutionen fernzuhalten und verweist dabei auf die Position der AfD als Lackmustest für die politische Landschaft. Die Vertrauenswürdigkeit der etablierten Strukturen, insbesondere der Fachaufsicht des Bundesinnenministeriums, wird als zentral für die Wahrung der politischen Ausgewogenheit hervorgehoben.
Martin Reichardt AfD
Martin Reichardt und die AfD vertreten die Position, dass die Bundeszentrale für politische Bildung (bpt) eine antidemokratische und linksextremistische Institution sei. Dies begründet er hauptsächlich mit der Annahme, die bpt würde sich zu stark auf rechtsextremistische Inhalte konzentrieren und den Charakter einer „k Kasperbude“ angenommen habe, wie er es nennt. Er kritisiert, dass die Grünen die bpt mit erhöhten Mitteln ausstatten und dabei die politische Willensbildung von oben nach unten verkenne, wie sie im Grundgesetz festgelegt sei. Als Beleg führt er ein Buch der bpt an, das einen AfD-Landrat positiv darstellt, und argumentiert, dass die bpt somit demokratiefeindliche Einstellungen multipliziere. Reichardt sieht in der bpt ein Werkzeug von „Genossen“ und „Stalinisten“, die sich für deren Erhalt einsetzen, und fordert, dass die Institution aufgelöst wird, um den Schutz der Würde und Ordnung des Parlaments zu gewährleisten. Er kritisiert zudem die Zwischenrufe der Opposition und die Verbreitung von Falschbehauptungen über die bpt und die Wünsche des Volkes.
Marcel Emmerich Grüne
Marcel Emmerich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) verurteilt die Bezeichnung der Bundeszentrale für politische Bildung durch Herrn Reichardt als „linksextreme Kasperbude“ entschieden. Er betont die wichtige Arbeit der Institution, die sich für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und politische Bildung einsetzt und auf den Trümmern des Nationalsozialismus entstanden ist. Die Bundeszentrale dient der Verbreitung demokratischer Werte wie Freiheit, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit in der Bevölkerung. Emmerich weist darauf hin, dass die Institution zentral für das Zusammenleben im Land ist und kritisiert die Äußerung als Frechheit. Seine Position wird von Abgeordneten verschiedener Parteien, insbesondere Bündnis 90/Die Grünen, SPD und CDU/CSU, unterstützt.
Dr. Konrad Körner CDU/CSU
Dr. Körner vertritt die Position, dass die Bundeszentrale für politische Bildung ein wichtiger Bestandteil der Demokratie ist und nicht in Frage gestellt werden darf. Er argumentiert, dass der Gesetzesentwurf der Grünen, der beispielsweise eine direkte Wahl des Präsidenten vorsieht, zu Instabilität führen und die Institution weiter destabilisieren würde. Stattdessen plädiert er für eine bewährte, durch das Parlament kontrollierte Struktur, die durch Zurückhaltung und eine klare Aufgabenstellung geprägt ist, um die Demokratie zu schützen und Polarisierungen zu vermeiden. Er betont die Notwendigkeit, Themen wie Wirtschaft, finanzielle Bildung und der Kampf gegen Antisemitismus in den Fokus zu rücken, und kritisiert dabei die AfD für ihre vermeintliche Infragestellung der Institutionen. Letztlich fordert er eine politische Bildung, die auf den Werten der Freiheitlichen Demokraten und der Stärkung der Demokratie basiert.